Altenahrer Runde

Es gibt Wanderungen, die macht man immer wieder gerne – zu jeder Jahreszeit. Die Altenahrer Runde ist so eine Tour. Als ich vor vielen Jahren so richtig mit dem Wandern anfing musste ich mangels Wegekenntnis sogar zuhause im Ahrtal noch einen Wanderführer benutzen um mich zurecht zu finden. “Unverlaufbar” beschilderte Rundwanderwege waren noch nicht besonders häufig und so lief ich mit einem Buch vor der Nase, die textliche Beschreibung deutend, durch die heimische Landschaft. Eine der ersten Touren die ich auf diese Weise erwanderte war die Altenahrer Runde die ich seither unzählige Male gewandert bin und die doch immer wieder schön und auch anders ist.

Die Runde hat 11,7 km, 470 Höhenmeter und Start/Zielpunkt ist der Bahnhof Altenahr. Mit Blick auf das “schwarze Kreuz” starten wir direkt an der Ahr. Hier die GPS-Daten zur Tour.

Wir laufen am Bahnhof bzw. an der Tourismus-Info vorbei, zunächst über einen unscheinbaren Pfad etwas oberhalb der Ahr. Bald schon biegt der Weg nach rechts ab und wir unterqueren die Bahngleise. Hinter den Gleisen geht es in wenigen Serpentinen bergauf in Richtung “schwarzes Kreuz”.

Vom schwarzen Kreuz aus hat man einen ersten wunderschönen Ausblick auf Altenahr, die Burg Are sowie auf das Teufelsloch zu welchem uns der Weg als nächstes führen wird.

Um das Teufelsloch ranken sich zig verschiedene Mythen. Fast allen gemeinsam ist, dass der Teufel und seine Großmutter darin vorkommen. In der bekanntesten Variante schleudert der Teufel seiner auf einem Besen davon fliegenden Großmutter im Streit eine Axt hinterher, welche diese jedoch knapp verfehlt, stattdessen im Fels landet und ein Loch dort hinein schlägt. Tatsächlich ist zumindest das heutige Loch ein Replikat des um das Jahr 1930 herum bei einem Erdbeben zerstörten Lochs im Fels. Da das Loch aber bereits damals eine Touristenattraktion für Altenahr war, entschloss man sich dazu ein neues Loch in einen der angrenzenden Felsen zu sprengen. Zuletzt wurde im vergangenen Jahr das Teufelsloch mit einem Drahtseil gesichert, was angesichts des recht steilen und häufig glatten Abschnitts kurz vor dem Teufelsloch sicherlich eine gute Idee war.

Nachdem wir kurz die Aussicht vom Teufelsloch aus genossen haben, wandern wir ein kurzes Stück auf gleichem Weg zurück und folgen anschließend links abbiegend weiter dem Pfad. Der Pfad führt uns im leichten auf und ab überwiegend durch den Wald hindurch, immer wieder bieten sich schöne Aussichten auf Altenahr und die Umgebung. Nach einer Weile wird der Weg zunehmend steiler und führt teilweise serpentinenartig den Berg hinauf. Nach einem ziemlich steilen Stück erreichen wir den Gipfel des Schrock mit seiner Schutzhütte.

Nach einem kurzen Päuschen geht es weiter bergauf. Motivation für den doch recht anstrengenden Anstieg ziehen wir aus der bevorstehenden Einkehr im Steinerberghaus. Das Steinerberghaus ist rund ums Jahr bewirtschaftet und hat den leckersten selbstgemachten Blech-Streuselkuchen (mit Apfel, mit Kirsch, Schoko-Pfirsich…) im Angebot den ich kenne. Auch den Rest der Speisen auf der Karte kann man durchaus essen. Außerdem ist das Steinerberghaus drinnen urgemütlich (gerade im Winter) und bietet draußen ausreichend biergartengemütliche Sitzmöglichkeiten. Perfekt für eine ausgiebige Pause. Das Steinerberghaus ist in diesem Jahr auch einer der vier “Gipfel” beim  Ahrtaler Gipfelfest und unabhängig davon auch sonst eine absolute Einkehr-Empfehlung für jede Jahreszeit.

Das Steinerberghaus ist auch tatsächlich der Höhepunkt unserer Tour – anschließend geht es fast nur noch bergab. Wir wandern ein ganzes Stück unseres Weges zurück, wieder am Schrock vorbei. Nach einer Weile im Abstieg gelangen wir an eine Linkskurve mit einer roten Bank – hier verlassen wir unseren schon bekannten Weg wieder und biegen rechts ab. Kurze Zeit später gelangen wir an eine Wegkreuzung – geradeaus geht es hoch zur Teufelsley. Der Weg zur Teufelsley muss erklettert werden, allerdings naturbelassen ohne Drahtseilsicherung und Steighilfen. Durchaus machbar, allerdings nichts für kleine Kinder, Hunde oder Wanderer mit schwerer (teurer) Kamera um den Hals, wie mich. Thomas klettert kurz hoch und ist gut 15 Minuten später wieder zurück am Wegekreuz. Ich fotografiere in der Zeit ein paar Blümchen am Wegesrand…

Wir wandern noch ein Stück weiter bergab, schließlich aus dem Wald heraus und dann durch Wiesen mit teils üppig blühenden Bäumen und Sträuchern hindurch.

Teils durch alte (aufgegebene) Weinbergsterassen wandern wir weiter bergab, wieder hinunter zur Ahr. Beim Abstieg bietet sich immer wieder eine traumhafte Aussicht auf die Ruinen der Burg Are.

Sobald wir unten an der Ahr angekommen sind überqueren wir eine Brücke, die uns wieder zurück nach Altenahr führt. Bis zum starkregenbedingten Hochwasser 2016 (und hoffentlich bald wieder) konnte man an dieser Stelle noch etwa 2km durch das idyllische Langfigtal immer in der Ebene entlang der Ahr wandern. Das Hochwasser riss jedoch die einzige Querungshilfe – eine Fußgängerbrücke – mit sich, deren zerstörte Einzelteile seitdem in der Ahr liegen, sodass man dort aktuell in einer Sackgasse landet. Bei schönem warmem Wetter und niedrigem Pegel lässt sich die Ahr dort zur Not (Schuhe aus, Hose hochkrempeln) auch zu Fuß durchqueren. Das lassen wir heute aber und kehren stattdessen nach ca. 3,5 Stunden allmählich wieder zum Ausgangspunkt zurück.

Ein Gedanke zu „Altenahrer Runde

  1. Sehr schön, ein wenig anstrengend aber direkt vor der Haustür.
    Wo sind die berühmten Rotweinberge?
    Ein geruhsames Wochenende.
    H.W.Bloch

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