Schrammsteinaussicht, der Große Winterberg oder die Wahnsinnstour

Das Wetter an Tag 3 unseres Urlaubs im Elbsandsteingebirge war…naja. Es hatte die ganze Nacht schon geregnet und auch der Wetterbericht im Radio verkündete keine Besserung. Da allerdings für die Tage danach sogar noch schlechteres Wetter (Orkan Xavier rückte an) gemeldet war, zogen wir eben warm genug eingepackt und mit Regenjacke und -hose dem Wetter gewappnet los. Wir entschieden uns für die Tour “Schrammsteinaussicht und der große Winterberg” , eine 16,4 km lange Streckenwanderung mit insgesamt 800m Höhenunterschied, die im Rother Wanderführer Elbsandsteingebirge als “schwarz” (Nr. 28) ausgewiesen ist. Wenn schon, denn schon ;-). Hier gibt es den Track zum nachwandern. Wir stellen unser Auto in Bad Schandau, direkt gegenüber vom historischen elektrischen Aufzug (Baujahr 1904) ab. Für 1,80 € je Person bringt uns dieser schon einmal die ersten 50m ohne zu Schnaufen nach oben.

Am Wildparkgehege wandern wir vorbei in Richtung Ostrau und folgen von nun an der Markierung mit dem blauen Strich. Von einer Anhöhe aus bietet sich uns die erste schöne Weitsicht direkt auf die Schrammsteinkette.

Wir zweigen an der Schrammsteinbaude ab, überqueren die Straße und wandern durch den herbstlichen Wald über den Lattengrund zum Schrammtor.

Aus dem Wald heraus bietet sich uns ein weiterer, diesmal schon sehr spektakulärer Blick auf die Felsen.

Neben den schroffen Felsformationen fällt mir im Elbsandsteingebirge immer wieder der wirklich märchenhaft wirkende Wald auf.

Wir erreichen hinter dem großen Schrammtor den Promenadenweg. Hinter dem Kletterfelsen “Jungfer” nehmen wir den Wildschützensteig zur Schrammsteinaussicht.

Laut Wanderführer soll sich uns dort oben “ein 360° Rundblick mit einer Aussicht bieten, die zu dem eindrucksvollsten gehört, was das Elbsandsteingebirge zu bieten hat”. Nun ja…wir haben an diesem Tag dank des Wetters zumindest eine außergewöhnliche “Aussicht” mit ganz eigener Atmosphäre und besonderer Stimmung. Aber ich muss sagen, trotzdem klasse. Oder auch gerade deshalb.

Wir steigen vom Aussichtspunkt aus wieder kurz ab bis zum Wildschützensteig und folgen von dort aus dem Gratweg (Markierung blauer Strich).

Der Gratweg ist spektakulär im Fels angelegt. Immer wieder führen Leitern an den steilen Passagen auf und ab. Auch bzw. gerade ohne gemeinhin als schön bezeichnetes Wetter bieten sich hier heute ganz besondere Fotomotive. Ich bin ganz aus dem Häuschen 🙂 Wie gut, dass wir trotz Regen losgezogen sind!!

Wir folgen immer weiter der Markierung mit dem blauen Strich.

fotografieren, fotografieren

Und immer wieder dieser phantastische Wald….

Am Anfang des Reitsteiges wagen wir einen kurzen Abstecher zur Carolaaussicht, der uns ca. 20 Minuten je Weg kostet. Aber – es lohnt sich absolut!! Hier eröffnet sich ein unglaublicher Blick. Gerade an einem wechselhaften Tag wie heute, an welchem die Nebelschwaden im Tal aufsteigen einfach nur wahnsinnig schön!

Nach einer kurzen Pause wandern wir wieder zurück zum Reitsteig und folgen diesem bis zur Fluchtwand immer weiter in Richtung großer Winterberg. Der Winterberg ist der höchste Berg rechts der Elbe und im Gegensatz zu den meisten (Sandstein-)Felsen hier durch vulkanische Tätigkeit entstanden. Entsprechend viel Basalt ist hier vorhanden. Kurz vor dem höchsten Punkt, passiert dann das, womit heute niemand mehr gerechnet hatte: die Sonne kommt raus!

Das soll schlechtes Wetter sein? Ich glaube ich muss meine Definition von gutem Wanderwetter noch einmal überdenken…Oben angekommen kehren wir in der Gaststätte am Winterberg für eine kurze Pause ein. Anschließend steigen wir über den Weg mit der Markierung “grüner Strich” in Richtung Schmilka ab. Zwischendurch machen wir trotz einsetzendem Platzregen einen kurzen Abstecher zur Kipphornaussicht. Und erneut werden wir mit einer Aussicht und urplötzlich aufklarendem Himmel belohnt!

Der Abstieg nach Schmilka zieht sich über eine nicht mehr aufhören wollende Anzahl an Stufen ins Tal und ist noch einmal richtig anstrengend. Schmilka stellt sich jedoch als gebührender Zielort für diese wahnsinnig schöne Wanderung heraus. Das Bio-Dörfchen ist auch ohne vorherige Wanderung einen Besuch wert. Wir gönnen uns erneut eine Einkehr und fahren anschließend mit der Fähre auf die andere Seite der Elbe, um von dort aus mit der Bahn wieder zu unserem Auto nach Bad Schandau zu fahren.

Diese Tour ist meine Lieblingswanderung unserer Woche im Elbsandsteingebirge und absolut empfehlenswert – gerade auch bei “schlechtem” Wetter!

 

6 Gedanken zu „Schrammsteinaussicht, der Große Winterberg oder die Wahnsinnstour

  1. Haben bisher alle Touren angeschaut.
    Sie waren schon alle hervorradend,was Fotos und Texte aussagten.
    Aber dieser ist absolut die Spitze.
    Weiter so…..
    Wußten nicht, daß Deutschland so schöne Flecken hat.

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