Wintermärchen im Sommer

So unmittelbar vor dem Jahreswechsel schwelge ich noch einmal in ein paar Fotos vergangener Reisen und finde wahre Schätze. Ach, was war das doch schön…die Bilder einer Tour gefallen mir glatt so gut, dass ich Sie nun unbedingt nachträglich noch in den Blog bringen muss…

…im Juli 2016 waren wir nach einer Trekkintour in Südtirol noch für eine Woche zum “Entspannen” in St. Anton am Arlberg in Österreich. Als Domizil hatten wir uns nach einer Woche auf dem recht anspruchsvollen Vinschger Höhenweg das schicke Hotel “Der Waldhof” ausgesucht.

Im Waldhof wollten wir es uns daher für eine Woche so richtig gut gehen lassen, ordentlich schlemmen und im Wellnessbereich die Seele baumeln lassen…die müden Füße nur noch in weiche Badeschlappen statt dicke Wandertretern stecken und einfach mal so richtig durchschnaufen. Höchstens noch vom Wellnessbereich bis zum Speisesaal bewegen, weiter nicht.

Von wegen. Schon nach einem Tag wurden wir unruhig. Soviele Berge rundherum…soviele Wanderwege…Und so beschlossen wir kurzerhand am nächsten Tag doch wieder die Wanderschuhe zu schnüren. 🙂

Doch dann das: Am nächsten Morgen trauen wir beim Blick aus dem Fenster unseren Augen kaum. Es hat geschneit, im Juli. Und jetzt?

Jetzt natürlich erst recht. Rauf auf den Berg! Sowas gibt´s ja schließlich nicht alle Tage. Wir fahren von St. Anton am Arlberg nach Stuben und starten von dort aus von 1410m in dicker Nebelsuppe unseren Aufstieg zur Kaltenberghütte auf 2089 m.

Mit gut 1,5 Jahren Abstand erinnere ich mich leider nicht mehr an allzu viele Details, nur soviel ist mir in Erinnerung geblieben: Der Aufstieg war lang, steil und anstrengend. Aber auch so schön! Wir waren alleine unterwegs und sollten die ersten Menschen erst oben an der Hütte treffen.

Wegen des dicken Nebels konnten wir von den hohen Bergen um uns herum zunächst genau nichts sehen. Nur hier und da taten sich ein paar Wolkenlücken mit umso imposanterer Aussicht auf.

Wir wandern über einen schmalen Pfad durch Bergwiesen mit blühenden Alpenrosen im Schnee.

Hin und wieder fließt ein Gebirgsbächlein an uns vorbei hinunter ins Tal.

Nach ungefähr zwei Stunden erreichen wir die spektakulär gelegene Kaltenberghütte am Gipfelkreuz.

Ein kleiner See direkt unterhalb der Hütte liefert einzigartige Motive.

Wir stapfen durch den Schnee zum Gipfelkreuz und verewigen uns im Gipfelbuch.

Nach einem kurzen Aufenthalt steigen wir durch den Schnee wieder ab nach Stauben. Mache ich mich über die Wanderstöcke sonst häufig lustig, bin ich hier doch mehr als froh darüber sie dabei zu haben. Hin und wieder war es doch ordentlich rutschig. Auch den Pfad, der uns ins Tal führt konnte man nur erahnen.

Einige Hundert Höhenmeter im Abstieg später hatte sich das Bild wieder gänzlich von weiß auf grün gewandelt. Wir durchqueren üppig mit Farn bewachsene Hänge.

Nach insgesamt gut 4 Stunden erreichen wir wieder unseren Wanderparkplatz in Stuben.

Wir genehmigen uns im Sportcafe Arlberg einen dicken Apfelstrudel. Mit Eis, Soße und Sahne. So kommen wir doch noch zum Schlemmen. Und nach so einer Wandertour freuen wir uns auch wieder so richtig auf den Wellnessbereich und das Abendessen im Waldhof. Geht doch 😉

2 Gedanken zu „Wintermärchen im Sommer

  1. Sehr schöne Lektüre an einem halbwegs sonnigen Neujahrsmorgen 🙂 Das macht Lust sich selbst mal wieder die Wanderschuhe zu schnüren 😉

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