Engelsley – die Erste

Ein gemütlicher Nachmittag, Kaffee in der Hand, Laptop auf dem Schoß. Ich klicke mich durch ein paar Wanderblogs und suche danach, wo andere Blogger schon im Ahrtal unterwegs waren. Ich stoße im Blog der Watzmänner auf eine Tour in Altenahr, die über die Engelsley führt. Engelsley? Nie gehört…ich kenne nur die Teufelsley…Ich suche weiter und finde auch weitere (wenige) Blogeinträge zur Engelsey. Allerdings scheint kein offizieller Wanderweg dort lang zu führen. Auch in meiner Wanderkarte ist zwar der Gipfel, aber kein Weg verzeichnet. Laut einiger Blogberichte ist der Einstieg in den “Weg” daher nicht leicht. Einige Blogger verwehren sich gar den Einstieg näher zu umschreiben oder ihre GPS Tracks anzugeben. Angeblich ist der Weg recht gefährlich zu begehen und soll wohl lieber ein Geheimtipp bleiben. Nichts könnte unsere Aufmerksamkeit schneller wecken.

Also ziehen wir kurze Zeit später mit einer eher vagen Wegbeschreibung los. Das Wetter ist leider ziemlich wechselhaft. Wir Parken gegenüber des Motorrad-Cafés in Altenahr und starten mit Blick auf die Burg Are.

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Wir laufen durch den Tunnel, biegen dahinter links ab und wandern an der Ahr entlang durchs Langfigtal.

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Im Juni 2016 gab es an der Ahr ein größeres Hochwasser. Sehr schade ist, dass man es leider auch nach über einem Jahr noch nicht geschafft hat, die Brücke die bei diesem Hochwasser zerstört wurde zu ersetzen bzw. wenigstens die unschönen Überreste zu entfernen. So laufen seitdem Tag für Tag Wanderer in eine Sackgasse.

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Bei etwas niedrigerem Pegestand und schönem Wetter kann man hier zur Not auch durch die Ahr durch (haben wir schon getestet). Heute bietet sich das allerdings nicht an. Wir werfen einen Blick in die Beschreibung des Einstiegs zum Engelsley-Weg. Dieser soll sich unweit ebendieser zerstörten Brücke befinden. Praktischerweise an unserer Uferseite, wir müssen also gar nicht übers Flüsschen. Wir suchen und suchen. Und finden zunächst nichts. Wir treffen andere Wanderer, die uns voller Überzeugung versichern, dass “das hier die falsche Seite für irgendwelche Leys ist”. Frustriert treten wir nach einer Weile den Rückzug an. So ein Mist. Auf dem Rückweg steigen wir hier und da noch einmal suchend den Hang hinauf. Schließlich sind wir erfolgreich. Direkt gegenüber von zwei knallroten Sitzbänken geht es zunächst recht steil und dann über einen erkennbaren Pfad hinauf zur Engelsley.

Der Pfad ist häufig ausgesetzt und wir haben hier und da Schwierigkeiten zu erkennen wo es weitergehen könnte. Der erste Teil des Weges ist dennoch machbar und noch nicht so gefährlich wie wir befürchtet hatten. Wir befinden uns zwar nicht besonders hoch (nur etwa 250m) , aber hier kommt aufgrund des Weges und der Vegetation tatsächlich ein kleines bisschen Alpen-Feeling mitten im Ahrtal auf 🙂

Wir stoßen auf die ersten Passagen die wir nur kletternd überwinden können. Der Wanderstock ist hier ein bisschen hinderlich.

Wagemutig bringen wir die Kletterstellen hinter uns und werden mit schöner Aussicht auf die vor uns liegende Engelsley belohnt.

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Es geht auf und ab. Mal über erkennbare Pfade, aber immer wieder setzt der Weg aus und wir suchen uns die besten Möglichkeiten, um über die schroffen Felsen zu klettern.

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Als wir einmal mehr auf der Suche nach dem richtigen Weg sind, werden wir tatsächlich von zwei weiteren Wanderern überholt. Unseren Geheimtipp kennen wohl auch noch andere. Allerdings meine ich ein “Grüß Gott” verstanden zu haben. Das sind wohl Alpin-Experten. Leider wird das Wetter immer schlechter. Es stürmt ziemlich und fängt auch noch ordentlich an zu regnen.

Als wir sehen, wo unsere Bergwanderer nun vor uns über die Engelsley laufen kommt es wie es kommen musste: wir kriegen Muffensausen und beschließen umzudrehen. Bei dem Wind und Regen trauen wir uns einfach nicht über den Grat. Schließlich wissen wir nicht wie und wie lange der Weg dort so noch weiter geht.

Auf dem Rückweg regnet es wie aus Eimern. Die Regenjacke hängt gut zuhause an der Garderobe. Der Pfad ist ordentlich glitschig und so bemühen wir uns möglichst ohne Bruchlandung wieder nach unten zu kommen. Es gelingt.

Aber schon auf dem Rückweg ist uns klar: wir kommen wieder! Bei schönem Wetter…

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