Der Birnenweg

Früh am Morgen, die Sonne scheint, der Himmel ist strahlend blau. Und es ist…Montag. Aber – Tätätätääääää…ich habe frei 🙂 Zum strahlend blauend Himmel gesellen sich ein paar wunderbar fotogene Wölkchen. Ein Traum! Ich schnappe mir die Kamera. Schnell hoch in die Weinberge und ein paar Bilder machen…

Dort angekommen kriege ich mich gar nicht mehr ein. So ein tolles Natürchenwetter. Zwar hatte ich ursprünglich andere Pläne, aber es überkommt mich und ich wandere spontan nur mit Kamera los. An einem Pfahl sind gleich mehrere Wegweiser für Rundwanderungen. Ich entscheide mich für den Birnenweg. Klingt nett. Und mit gut 8 km auch nicht übermäßig langZunächst geht es von Ahrweiler aus durch die Weinberge. Die Winzer sind fleißig. Ich bin weit und breit die einzige Wanderin. Das ist hier auf dem Wegabschnitt ein mir völlig unbekanntes Gefühl. Gerade am Wochenende laufen die Wanderer hier am Rotweinwanderweg oft wie die Ameisen auf der Spur. Heute ist es menschenleer. Perfekt.

Nach einer Weile treffe ich auf die erste Übersichtskarte für den Birnenweg. Dieser empfiehlt der schöneren Aussicht wegen den Weg anders herum zu laufen als ich es gerade tue. Jetzt fällt es mir auch auf, ich laufe in Blickrichtung Bad Neuenahr…Verflixt.

Die Runde schlägt nun aber ohnehin eine Kurve ein und ich laufe etwas bergauf in Richtung Lantershofen. Ein bisschen unangenehm ist der Verkehrslärm, es geht recht nah an der Landstraße vorbei. Ich befehle meinen Ohren einfach wegzuhören. Wetter und Landschaft sind zu schön um sich von ein paar knatternden Motorrädern aus der Wohlfühl-Wanderlaune reißen zu lassen.

Bald schon komme ich in Lantershofen an. Der Birnenweg führt in einer Schleife durch das Örtchen durch, vorbei an vielen schönen Fachwerkhäusern. Mir begegnen ein Trekker und eine Katze, sonst nichts. Herrlich.

Immer wieder sind an Fassaden Glastafeln angebracht, die wissenswertes entlang des Birnenwegs verraten. Eine schöne Idee! Auch sonst waren die Macher des Birnenwegs kreativ und haben sich alle Mühe gegeben, Ihre Tour zu etwas Besonderem zu machen. So trifft man immer wieder auf modern gestaltete Verweilmöglichkeiten…

Nach einem kurzen Päuschen auf der Wanderer-Tribüne gehe ich weiter in Richtung Ringen. Hier eröffnet sich neue Aussichten. Der gerade erst hochgezogene Gummibärchen-Palast ist Geschmackssache. Haribo macht Kinder froh und die Grafschaft sowieso…

Durch Ackerlandschaft geht es auf der Höhe entlang. Auch im Spätsommer ist es hier wirklich toll. So viel Weitsicht…

Schon erstaunlich, bei solchen Anblicken entspannt man augenblicklich. Manchmal ist das Einfache so eindrucksvoll.

Am Ende der Ackerlandschaft sind sie dann: die Namensgeber des Weges. Birnbäume. Kurz hinter ihnen geht es wieder etwas bergab. Die Landschaft verändert sich und ich wandere erst durch eine Feuchtwiese und anschließend durch ein kleines Wäldchen hindurch.

Kurz vor dem Wäldchen weist ein Schild darauf hin, dass ich bald die “spirituelle Tankstelle” erreiche. Oha, was kommt denn jetzt? Ich befürchte schon mitten im Wald auf Klangschalen und Räucherstäbchen nebst puckeliger Kräuterhexe zu treffen. Aber –  plötzlich stehe ich kurz hinter dem Wald vor einer modernen Holzarchitektur. Damit hatte ich nicht gerechnet. Die spirituelle Tankstelle sieht richtig schick aus, steht an einer sehr schönen Stelle und lädt zum verweilen auf der innenliegenden Bank ein.

Mit Blick auf den nächsten Wegweiser gerate ich schon wieder ins Grübeln….

“Fliegendes Dach”? Was ist denn das schon wieder..?

Es entpuppt sich als eine Aussichtsplattform von der aus man in Richtung Neuenahrer Berg schauen kann. Auch nett.

Von hier an geht es nun wieder in Richtung Ahrweiler durch vertrautes Terrain. Weinberge.

Nach knapp 3 Stunden inkl. Päuschen und unzähliger Fotostopps erreiche ich wieder meinen Ausgangspunkt. Meine spontane Eingebung den Birnenweg zu wandern war goldrichtig. Ich hatte einen tollen Vormittag bei schönstem Wetter. Die Beschilderung des Weges ist 1a, Verlaufen ist quasi unmöglich. Schafft man es den ab und an recht nah am Weg verlaufenden Verkehr auszublenden ist der Birnenweg eine wirklich schöne Spazierrunde. Es gibt schöne Ausblicke und viel zu Entdecken. Die Strecke ist wenig anspruchsvoll und geht zu 90 % über land- und forstwirtschaftliche Wege. Nur auf ganz kurzen Passagen bewegt man sich auf schmalen Pfaden. Auffallend ist, wieviel Mühe in Gestaltungselemente entlang des Birnenwegs gesteckt wurde. Diese prägen den besonderen Eindruck, den dieser Weg bei mir hinterlassen hat.

 

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